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18.02.2021

Solarboom auf privaten Dächern

Bei Eigenheimbesitzern gab es im Jahr 2020 einen Rekordzubau und eine Verdoppelung der Solarnachfrage, teilt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) mit. Die Solarwirtschaft erwartet, dass die Politik bei der Energiewende künftig verstärkt auf Solartechnik setzt.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 184.000 neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 4,9 Gigawatt neu errichtet. Gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 3,8 GW) stieg die neu installierte Photovoltaikleistung damit um 27,6 Prozent, teilte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) auf Grundlage von Daten der Bundesnetzagentur mit. Besonders stark zog demnach die Nachfrage bei Eigenheimbesitzern an. Hier registrierte der Branchenverband gegenüber 2019 ein Plus von 99 Prozent und damit nahezu eine Verdoppelung der Nachfrage.

Solaranlagen erwiesen sich damit erneut als beliebteste Energiewende-Technik. Nie zuvor wurden auf privaten Dächern mehr Solarstromanlagen installiert. Ursache für diesen jüngsten Solarboom war nach BSW-Einschätzung ein deutlich gestiegenes Umweltbewusstsein, das Streben vieler Verbraucher nach mehr Unabhängigkeit, erheblich gesunkene Solartechnikpreise und ein zunehmender Umstieg auf die Elektromobilität.

Die Solarwirtschaft registriert auch in der Politik eine wachsende Bereitschaft, bei der Energiewende künftig noch deutlich stärker auf Solartechnik zu setzen. „Die Richtung stimmt“, sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. „Für eine Immunisierung gegen den Klimawandel sind wir jedoch weiterhin zu langsam. Fünf Gigawatt PV-Zubau waren fünf Gigawatt im Jahr zu wenig.“ Der Zubau an PV-Anlagen müsse in allen Marktsegmenten jetzt um den Faktor zwei, eher drei gesteigert werden, um eine Klimaschutz- und Stromerzeugungslücke zu vermeiden, so Körnig.

Klimaziele erreichen und Stromversorgung sichern

Eine Verdoppelung bis Verdreifachung des jährlichen PV-Ausbautempos wäre nach Einschätzung von Marktforschern erforderlich, um eine Lücke bei der Stromerzeugung zu verhindern. Diese würde andernfalls bereits in zwei bis drei Jahren auftreten und eine klimapolitisch nicht vertretbare Laufzeitverlängerung fossiler Kraftwerke erforderlich machen. Ende vergangenen Jahres hatten Wissenschaftler des Fraunhofer ISE berechnet, dass der Ausbau der Photovoltaik – je nach Verbraucherverhalten – zeitnah auf jährlich rund 10 bis 15 Gigawatt beschleunigt werden müsse, um die neuen Klimaziele der EU zu erreichen (CO2-Minderung von 55 % bis 2030 gegenüber 1990).

Die Marktentwicklung im Jahr 2020

Ende des Jahres 2020 registrierte die Bundesnetzagentur (BNetzA) insgesamt eine kumulierte Photovoltaikleistung in Höhe von 54 Gigawatt. Nach Angaben des Fraunhofer ISE erbrachten die rund zwei Millionen Solarstromanlagen rund 10,4 Prozent der Nettostromerzeugung in Deutschland. Die Marktentwicklung in den wichtigsten drei PV-Marktsegmenten stellte sich nach den jetzt veröffentlichten BNetzA-Daten für das Gesamtjahr 2020 wie folgt dar:

Im Photovoltaik-Marktsegment unterhalb einer Leistungsgrenze von zehn Kilowattpeak (kWp) wurden im vergangenen Jahr 151.700 PV-Anlagen mit einer PV-Gesamtleistung von 1.131 Megawatt (MW) neu installiert. Im Vorjahr 2019 waren es erst 77.100 Anlagen mit einer Leistung von 570 MW und im bisher stärksten Jahr 2011 120.000 Solarstromanlagen mit einer Leistung von 700 MW. Dieser Leistungszuwachs gegenüber dem Vorjahr um 99 Prozent innerhalb des überwiegend dem Eigenheimsegment zugerechneten PV-Marktsegments führte dazu, dass sich sein Anteil am Gesamtmarkt von 15 auf 23 Prozent erhöhte.

Weniger starke Zuwächse verzeichnete unter dem Eindruck der Pandemie und aufgrund deutlich abgesenkter Marktprämien das gewerbliche PV-Anlagensegment der Leistungsklasse von 10 bis 750 kWp im Jahr 2020. Mit 2.887 MW wuchs die hier neu installierte PV-Leistung gegenüber dem Vorjahr 2019 um sechs Prozent.

In der PV-Leistungsklasse oberhalb von 750 kWp legte die neu installierte Solarstromleistung um 61 Prozent oder 867 MW zu, die fast ausnahmslos auf ebenerdig errichtete Solarparks entfielen. Dieser Zuwachs resultiere aus den Sonderausschreibungen, die ab 2019 zu einer deutlichen Erhöhung des Auktionsvolumens geführt hätten, so der BSW.

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